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Klimabaum Japanischer Schnurbaum - besteht den Härtetest!

Aktualisiert: 15. Mai

Eine zähe Lady, von Größe und Geschmack, diese Sopohra.

Top10 Klimahoffnungsbaum, Bienenweide & Symbol für Ausdauer.


Styphnolobium japonicum (Syn. Sophora japonica)

Ein weißes Blütenmeer von Klimahoffnungsbaum Sophora japonica

Dieser Baum ist bezüglich der Aussichten der Erwärmung eine sehr vielversprechende Art. Bis jetzt zeigt sie keinerlei Schwächen oder Unwohlsein bei den bereits spürbaren Veränderungen in Trockenheit und Temperatur. Ein Klimabaum!


Die Hoffnung ist groß!

Für den städtischen Raum eine absolute Hoffnung und überall wo Platz ist auch in den versiegelten, dörflichen Bereichen gut einzusetzen. Dort wo heimische Bäume vor allem die Hitzestrahlung und Trockenheit nicht mehr schaffen wird das Sopherl ihren Baum stehen - schaut sie euch an.

Für Winter- und Sommerlinde ist die Grenze der sinvollen Kultivierbarkeit erreicht. Trockenschäden zeigen sich mitlerweile bereits schon im Frühsommer. Hier ist die Sophora als Beschattung im Straßenraum und für größere Flächen mit ihrer dichten, aber doch vom Charakter her leichten Krone, als gute Alternative wilkommen.


Bei den Untersuchungen der LWG Bayern zur künftigen Klimatauglichkeit hat sie wirklich eine gute Statur gemacht und ist in den Top 10 der Bestperformer gelandet. In kaum einer Empfehlungsliste für die Zukunft fehlt der Schnurbaum als Klimabaum. Für kleine Gärten ist sie aufgrund der Größe nur bedingt zu empfehlen. Aber wer weiß - Prognosen gehen davon aus, dass Rasen nur mehr unter großen Schattenbäumen überleben werden wird.


Sophora japonica 'Regent' in Wien oft gepflanzt
Die Sorte 'Regent' wird in Wien oft eingesetzt.

Das „Sopherl“ – wie ich sie wienerisch nenne – hatte schon zu Kaisers Zeiten eine große Bedeutung!


Nein nicht zur Österreichischen – in der Chinesischen Qin & Han Dynastie soll sie sehr intensiv um den Palast in Chang’an gepflanzt worden sein. Er war und ist vermutlich noch heute ein Symbol für Glück, Freude und Wohlergehen.


In der asiatischen Heimat ist diese große Gestalt mit feinem Charakter in der Steppe, Trockenwäldern und Küstengebieten mit steinig trockenem Boden zu finden.





Die Baumart wurde 1747 in Europa eingeführt.

In Wien wird der Japanische Schnurbaum schon sehr lange im Strassenraum verwendet und ist auch Teil des Wiener Straßenbaum-Kataloges. Das größte belegte Exemplar, dass im Baumkatater im städtischen Freiraum in Wien zu finden ist, steht im Türkenschanzpark , wo der Baum 1916 gepflanzt wurde, mit einem Stammumfang von über 4 Metern und einer Höhe von 16-20m! Eine Riesin!

Vorteile sind neben der Toleranz von Hitze und Trockenheit auch, dass der Klimabaum zu den schnellwüchsigeren Arten zählt.


Die großen Exemplare des Japanischen Schnurbaumes, ein Klimabaum,  im Türckenschanzpark

Die Beschützerbäume vom Türkenschanzpark in Wien


Hier steht um eine Wegkreuzung ein Ring von Schnurbäumen. Sie sind schon ziemlich alt und gehören zu den größten Perlschnurbäumen von Wien. Gepflanzt wurde ab 1925. Der dickste Stamm hat einen Umfang von 425cm!!

Aber noch besonderer ist die Austrahlung an diesem Ort, der von den Sophoras bestimmt wird. Sie breiten ihre Arme über diesen Platz aus und lassen jeden Besucher dort zufrieden und sich sicher fühlen.


Besucht die Gigantinnen doch mal! Sie werden sich freuen!


Klimabaum Sophora - ein toller Honigbaum, beliebt in der Imkerei


Die Blüte des Japanischen Schnurbaumes in großen endständigen Trauben

Sophora japonica blüht im späten Sommer bis Herbst mit duftenden, cremeweißen bis gelblichen Blüten, die in großen Rispen angeordnet sind.

Sie ist eine Bienenweide. Insekten lieben den Baum, denn zu dieser Zeit sind unsere heimischen Bäume schon lange nicht mehr in der Blüte. Des Sopherl bietet aber noch ab Mitte/ Ende Juli Nektar und Pollen. (Werte: Pollen 2, Nektar 4). Der Honig soll großartig sein und heilende Wirkung haben.

Was gibt es Besseres wenn einer unserer Hoffnungsbäume auch noch die heimische Tierwelt bedienen kann!


Aber auch für andere Tiere ist der große Klimabaum Lebensraum und Futterpflanze (vgl. Quelle 1), wie für den Faulbaum-Bläuling, dessen Raupen am Laub fressen.



Perlschnurbaum

Nach der Blüte entwickeln sich kleine, grüne Früchte, die umhüllt in langen Hülsen-Ketten vom Baum hängen, was der Pflanze auch zum Namen Perlschnurbaum verholfen hat.

Ein Foto dazu findest du unten in der Galarie!


Blütenstand von Styphnolobium japonicum

Eine wichtige Heilpflanze der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Die Sophora gehört zu den 50 fundamentalen Kräutern, die verwendet werden. Es wirkt nach TCM kühlend, blutungstoppend und antientzündlich!


Der Baum dient weiterhin als wichtiger Rutin-Lieferant, ein Antioxidant.


Bitte Achtung, die ganze Pflanze ist stark giftig, außer die Blüten. Von einer Selbstanwendung ist abzuraten!






Auch in Südeuropa wird von der medizinischen Verwendung berichtet!

In einer Kindheitserinnerung aus dem Banat (Gebiete südlicher Teil der pannonischen Tiefebene in Serbien und Rumänien, wo es eine deutschsprachige Bevölkerung gab), wird davon erzählt, dass die Blüten zu medizinischen Zwecken gesammelt und gegen Geld abgegeben wurden.


Weitere Verwendungshineweise:

Das Holz von Sophora japonica ist mit der Esche vergleichbar. Hart, dicht, offenporig. Verwendungen für den Schiffsbau, Möbel, Handwerksarbeiten und Schnitzereien und auch als Parkettboden, konnte ich finden!

Die Blüten können auch zum Gelbfärben verwendet werden.


Pagodenbaum - Langlebigkeit, Stärke und Standhaftigkeit

Das sind Eigenschaften, die auch mit religiösen Praktiken und spirituellem Streben in Verbindung gebracht werden.

Vielleicht wurde deswegen insbesondere in China, Japan und Korea, Sophora-Bäume oft in der Nähe oder auf dem Gelände von buddhistischen Tempeln, Schreinen und anderen religiösen Stätten angepflanzt.


Sophora japonica in Kew Gardens
Das legendere, uralte Exemplar in Kew Gardens, dem Botanischen Garten in London, muss gestützt werden.

STECKBRIEF:

Botanische Bezeichnung: Styphnolobium japonicum, Synonym Sophora japonica Namen: Honigbaum, Schnurbaum, Perlschnurbaum, Japanischer Schnurbaum, Pagodenbaum, Sauerschotenbaum, Honigbaum Heimat: China

Familie: Fabaceae (Hülsenfrüchtler) Wuchshöhe: 15–20 (25) m, schnellwachsend, laut Bruns: jährlicher Zuwachs 40cm in der Höhe und etwa 30-35 cm in der Breite, nach 30 Jahren weniger stark Wurzeln: Flachwurzler

Blätter: unpaarig gefiedert, 7-19 Fiederblättchen, bis 25 cm lang, glänzend dunkelgrün, Herbstfärbung gelb Blüte: hellgelb, weißliche Schmetterlingsblüten in lockeren, endständigen, bis zu 30 cm langen Rispen Blütezeit: ab Mitte/Ende Juli, Früchte: 5–8 cm lange Hülsen, perlschnurartig eingeschnürt Standort: sonnig Boden: sandig, humos, trocken bis frisch, durchlässig! Feuchte Standorte vermeiden, da hier die Triebe nicht rechtzeitig ausreifen.; Industriefest, rauchhart, trockenheits- & hitzetolerant Verwendung: Garten- und Park, Allee-, Stadt- und Straßenbaum, Straßenbegleitgrün, Japangärten



Sopohra japonica 'Pendula' in einem kleinen Garten
Die Hängeform 'Pendula' ist sehr formenreich

Es soll weltweit etwa 60 Arten innerhalb der Gattung Sophora geben. Bei uns ist noch die Hänge-Form sehr bekannt.

Es gibt auch eine schmale Säulenform 'Columnaris' und eine beliebte Sorte 'Regent', deren Kronenaufbau etwas regelmäßiger und schmaler ist. Diese Sorte bringt als Jungbaum früher eine Blüte als die gewöhnliche Art.


Sophora japonica 'Pendula'

Diese besondere Form hat hängende teilweise gedrehte Äste. Dadurch und je nachdem wie diese Zweige (er)gezogen werden ist jede Pflanze ein besonderes Unikat, mit ganz eigener Kronenform.





Pagodenbaum im Schulgarten Kagran
Der Pagodenbaum im Schulgarten Kagran

Die chinesische Legende - Der schuldige Pagodenbaum Zui Haui

Diese Geschichte erzählt von der Verstrickung des Baumes in den Selbstmord des letzten Herschers der Ming-Dynastie Chongzhen, der sich, als er erkannte, dass seine Herrschaft verloren ist, auf einem Hügel über der Stadt am Pagodenbaum mit einer Kette erhängte. Die Legende sagt, dass die Spuren dieser Tat noch immer im kettenartigen Drehwuchs des Baumes zu erkennen ist.



Vor den Vorhang mit dir!

Ich mag das Sopherl seh gerne. Trotz ihrer Größe bringt sie eine Leichtigkeit in ihrer Krone mit sich, die ich mag. Sie wird ja schon lange verwendet. Aber sie ist keine die sich aufdringlich in den Vordergrund stellt. Ich denke mir, dass sie auf jeden Fall ein guter Ersatz für so manchen "Dorfbaum" im ländlichen Bereich sein kann, wenn unsere "Alten", wie Winter- & Sommerlinde oder auch der Spitzahorn nicht mehr mitkönnen. Was sie ja bereits schon tun.


Was sagst du dazu? Kennst du den Baum?

Schreibe mir unten in den Kommentaren! Welche Erfahrungen hast du gemacht? Bist du anderer Meinung oder stimmst du mir zu? Kennst du Eigenschaften oder Erkenntnisse, von denen ich nicht berichtet habe - dann schreib mir!




Zum Nachlesen:

Einige Strategien zum Klimawandel bei der Verwendung von Bäumen habe ich am Ende dieses Artikels beschrieben:




Klimabaum Blasenesche - Ein lebenslustiger Baum





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Impressum: Verena Schönauer, www.verenaschoenauer.at, 1160 Wien, pflanzentanzen@chello.at



Quellen: vergleiche

https://china.org.cn/english/olympic/211901.html, vom 04.07.2023, 15:53

www.bruns.de/sophora-japonica, vom 04.07.2023, 15:47

LWG Veitshöchheim-Broschüre Bäume und Sträucher für Bienen und Insekten, 2019, S54

Günter Pritsch, Bienenweide, Kosmosverlag, 2018

Susanne Fischer-Rizzi, Bäume der Hoffnung, AT Verlag, S187ff, 2022

Köber Klaus, LWG Veitshöchheim, Gedanken zur Verwendung im Klimawandel, Dez.2014


Fotos: alle DI Verena Schönauer


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